11.04.2010 - GP des Vins Valloton - Fully

Das Wallis lud nach dem Osterwochenende zur einzigen nationalen Elite-Prüfung in diesem Kanton ein. Bergrennen seien davon ausgenommen. Und das Wetter zeigte sich bereits bei der Anreise am Vortag von seiner besten Seite, aus dem Auto heraus betrachtet. Einmal ausgestiegen wurde dann der kräftige Westwind allseits bemerkt. Gut, es war ja erst Samstag.

Sonntag früh durfte sich das Team eines ausgiebigen Frühstückbuffets kurz nach 6 Uhr erfreuen. Der Teigwarentopf war das meist besuchte Gericht an dieser Tafel, lagen doch 174 km vor der Elite und 138 km vor Ramon bei den Amateuren. Der Start um neun Uhr wurde bereits bei knapp 10 Grad in Angriff genommen und Angriff war das richtige Motto. Keine fünf Kilometer waren absolviert waren schon drei Fahrer ausgerissen. Simon Wyss war gut gestartet und dabei, wurde dann kurz später von Roman Andres abgelöst.

Roman war mit Sven Schelling von Mendrisio und Michael Hofstetter von Hörmann bereits mit einer Minute Vorsprung in den ersten Anstieg unterwegs. Die drei harmonierten soweit gut, hatten aber bei der weit härteren Gegengerade mit 15 Kilometern und dem vom Vortag bekannt kräftigen Gegenwind etwas wenig Ablösemöglichkeiten. Der Vorsprung stieg zeitweise bis auf drei Minuten an, das Feld reagierte aber immer öfters mit Gegenattacken. Zwar waren die Teamkollegen von Roman immer enorm präsent und störten und konterten was das Zeug hielt. Eine weitere Attacke mit drei weiteren Fahrern war dann aber doch erfolgreich, wobei Lionel Varé aufmerksam war und mit von der Partie. Zu dem Zeitpunkt waren 100 km Renndistanz absolviert.

Kaum war der Zusammenschluss an der Spitze geschafft, kamen 9 weitere Fahrer mit Simon Wyss zu einer erfolgreichen Flucht. Der Vorsprung der Spitze lag zu dem Zeitpunkt bereits unter zwei Minuten. Eine halbe Runde später folgte auch dieser Zusammenschluss, wobei die 15 weniger zu harmonieren schienen als die deutlich kleinere Gruppe davor. Kurz vor dem zweitletzten Anstieg auf das 400 m höher gelegene Chamoson schien die Flucht zu Ende.

Zwei Fahrer von der Atlastruppe wollten dann aber doch noch etwas verrichten und rissen aus dieser Spitze aus. Lionel Varé reagierte eigentlich zu spät, kämpfte sich aber im Aufstieg und in der danach folgenden rasanten Abfahrt wiederum mit Sven Schelling zu den beiden nach vorne. Und rasant bedeutete heute Tempi jenseits der 90 km/h.

Trotz Vorsprung von gut einer Minute war auch hier noch keine Vorentscheidung gefallen. Im Feld konnte aber nun nur die Hörmann-Truppe kontern  Während 20 Kilometern führten die Innerschweizer das Feld an und schafften es somit, die Flucht von Lionel Varé kurz vor dem letzten Bergpreisanstieg zu beenden.

Nach 150 km war das Rennen nun neu lanciert. Einer sechs Mann starken Gruppe gelang im Aufstieg die Flucht, zum ersten Mal an diesem Tag ohne Teambeteiligung. Trotz bereits 30 Sekunden Vorsprung 15 Kilometer vor dem Ziel, zeigte Roman Andres erneut seine aktuell enorme Form. Solo riss er aus dem Feld aus und fuhr die Lücke zum führenden Sextett bis 10 Kilometer vor Ende zu. Man bedenke die bereits 140 km Flucht in den Beinen. 

Dass es dann im Sprint knapp nicht aufs Podest reichte, mochte dem Animator des Tages jeder nachsehen. Wobei Rang vier immer äusserst ärgerlich ist. Im Sprint eines ersten Verfolgerfeldes schickten sich dann Bernhard, Lionel Bücheli und Roman Müller an, weitere Punkte zu sammeln. Ein Sturz eines Mitstreiters 200 m vor dem Ziel und direkt vor ihnen machte dann aber vieles zu Nichte. Ränge ab Platz 18 blieben schlussendlich den Dreien. 

Das Team zeigt heute eine starke Leistung und war omnipräsent. Roman Andres wie auch Lionel Varé bestachen durch Kampfwille in Fluchtgruppen. Der Rest der Truppe ackerte im Feld für die jeweils Flüchtigen. Zurückgebunden waren lediglich Moreno und Dominic wie auch Joel, jeweils Opfer von Materialdefekten auf der teilweise ruppigen Strasse.

Neu-Amateur Ramon zeigte in seinem bisher längsten Rennen der Karriere eine gute Leistung und wurde 19.


« zur Übersicht